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CFD Handel

Was sind CFDs und was muss man beim CFD Handel beachten?

CFD ist die Abkürzung für "contract for difference" und kann mit Differenzkontrakt übersetzt werden. Wie der Name schon sagt, wird im CFD Handel nicht der direkte Wert einer Aktie gehandelt, sondern die Wertentwicklung einer Aktie oder eben die Differenz des Kurses. Während man beim klassischen Kauf einer Aktie nur gewinnt, wenn das Unternehmen auch wertvoller wird und der Kurs steigt, kann man bei diesen Differenzkontrakten auch den Verlust eines Werts handeln. CFDs haben somit keinen eigenen Nominalwert sondern richten sich immer nach den Kursbewegungen. Ursprünglich von UBS in den 80er Jahren entwickelt, war der CFD Handel eine Möglichkeit die staatlichen Abgaben für Aktienhandel zu umgehen. CFDs werden ausschließlich außerbörslich gehandelt und sind somit ebenfalls OTC (over the counter) Geschäfte. Dies ist allerdings auch eine Gefahr bei diesen Geschäften, da diese somit nicht durch die Börse reguliert sind. Der Handel findet zwischen dem Kunden und seinem Broker statt. Die Konditionen der verschiedenen Broker variieren hierbei.

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CFDs sind also keine Aktien und man handelt hier auch keine Aktien. Die Kurse der CFDs sind lediglich Spiegelungen der aktuellen Aktienwerte. Es werden aber nicht nur Aktien als CFDs gehandelt, sondern man kann auch Rohstoffe, Währungspaare oder ganze Indizes, wie den DAX oder den Dow Jones, als CFD handeln. Wie beschrieben, werden diese CFDs nicht an der Börse gehandelt, sondern man kauft und verkauft diese ausschließlich an den Broker. Man erhält durch CFDs also auch keine Stimmrechte oder Anteile an den entsprechenden Unternehmen.

Man hinterlegt bei seinem Online-Broker eine Sicherheit (Margin), die als Grundsicherung für die einzelnen Transaktionen gilt. Die Broker stellen einem einen Hebel zur Verfügung, die i.dR. zwischen 4:1 bis 100:1 liegen. Die Hebel sind also praktisch ein Faktor der Fremdfinanzierung.

Man kann mit seiner Margin also bis zu 100 fach höhere Volumen an CFDs handeln. Dies führt einerseits zu der Möglichkeit mit relativ geringer Einlage sehr große Gewinne zu erzielen, hat aber ebenso den Nachteil, dass man bei Fehlspekulation mehr Geld verliert! Achtung: Im Gegensatz zu Aktien, bei denen man im schlimmsten Fall ein Totalverlust des eingesetzen Kaptials erleiden kann, kann es bei Verlusten in CFD-Geschäften durch den Hebel, zu einer Nachschusspflicht kommen. Das bedeutet, wenn der Verlust größer ist, als die hinterlegte Margin, wird man entsprechend zur Kasse gebeten.

In der Regel schließen die Broker Geschäfte ab dem Zeitpunkt, ab dem die Margin aufgebraucht ist, um eine Nachschusspflicht zu verhindern. Wenn man CFDs allerdings über Nacht hält und am nächsten Handelstag der Kurs eventuell zu einem weit abweichenden Kurs einsetzt, kann es zu so einer Nachschusspflicht kommen. Aus diesem Grund verkaufen 95% aller Daytrader ihre Positionen am gleichen Tag, an dem diese geöffnet wurden. Daher nennt man diese Art von Handel auch Daytrading.

Die Broker bieten auch verschiedene Instrumente an, die man nutzen kann, um das Risiko einer Nachschusspflicht zu minimieren. So kann man bei den meisten Brokern einen sogenannten "stop-loss-order" setzen, die bei erreichen eines bestimmten Verlustwertes den Handel automatisch schließt, um weitere Verluste zu verhindern. Allerdings greifen diese Instrumente nicht, bzw. erst zu spät, wenn man CFDs über Nacht hält und der Kurs eben schon zu einem ganz anderen Wert beginnt.

Genauso kann man auch eine "take-profit-order" setzen, die den Handel schließt, sobald ein bestimmter Gewinn erreicht ist. So kann man auch in Abwesenheit Gewinne mit CFDs erzielen.